Öster­reich: Rei­sen und Wein

Ein Bei­trag zum Ver­ste­hen von Wein in Österreich.

Teil 1: Die Wachau, das Wein­vier­tel und die Steiermark

 

.….….Nein, Car­nun­tum war kein römi­scher Feld­herr und Wagram ist kein indi­sches Gewürz, wie Quiz­teil­neh­mer schon ein­mal mein­ten. Es sind öster­rei­chi­sche Wein­re­gio­nen, die dem größ­ten Teil der deut­schen Wein­trin­ker nur wenig sagen. Weit bekann­ter ist das Bur­gen­land, doch da waren die wenigs­tens jemals selbst. Wir wol­len ver­su­chen, eine kleine Ein­füh­rung in öster­rei­chi­sche Wein­re­gio­nen, ihre beson­de­ren tou­ris­ti­schen Reize und in das Wis­sen über öster­rei­chi­sche Weine zu geben.  Der erste Bei­trag wid­met sich den Regio­nen Wachau, Wein­vier­tel und Steiermark.

Immer­hin kam die latei­ni­sche Spra­che in der öster­rei­chi­schen Wein­wirt­schaft wie­der zu Ehren. Man suchte näm­lich nach einem Begriff, um die Qua­li­täts­an­sprü­che der Regio­nen her­vor­zu­he­ben. Ita­lien hat seine DOC und DOCG Weine, Frank­reich seine Appel­la­tio­nen (AOC) und Spa­nien seine DO-Gebiete (Deno­mi­nación de Ori­gen). Nur Öster­reich hatte nichts Ver­gleich­ba­res. Da die deut­sche Spra­che aber kei­nen ent­spre­chen­den Begriff her­gibt, wurde auf Latein zurück­ge­grif­fen. Die Abkür­zung DAC wurde gefun­den, die steht für „Distric­tus Aus­triae Con­trolla­tus“. Zunächst nur im Wein­vier­tel ein­ge­führt, wird sie nun auch in ande­ren Wein­re­gio­nen verwendet.

 

Die Wachau

Der deut­sche Rei­sende gelangt auf dem Weg in Rich­tung Wien meist zunächst in die Wachau – sei es auf der Auto­bahn oder auf der Donau. Das ist auch gut so, denn die Wachau ist ein Kleinod der Natur und in der Welt der Weine etwas Besonderes.

Am Beginn der Wachau lädt das Stift Melk zu einem Besuch ein. Einen ein­drucks­vol­le­ren Ein­stieg in die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Wachau kann es kaum geben. Kaum ein ande­rer Ort ver­eint in solch über­wäl­ti­gen­der Weise tou­ris­ti­sche Attrak­tio­nen wie Kunst und Archi­tek­tur, schüt­zens­werte Natur­land­schaft und spi­ri­tu­elle Anre­gung wie das welt­be­rühmte Bene­dik­ti­ner­klos­ter über der Donau.

Als wei­te­res Bei­spiel der ein­zig­ar­ti­gen Klös­ter Öster­reichs (Stich­wort „Klös­ter­reich“) kann man dann am Ende der Wachau erle­ben – das Stift Gött­weig, hoch auf einem Berg über Krems. In sei­nem Cha­rak­ter – weit weni­ger tou­ris­ti­scher Brenn­punkt und weit mehr Ort der Spi­ri­tua­li­tät – hebt es sich beein­dru­ckend von Melk ab.

Die Wachau und ihre angren­zen­den Täler beein­dru­cken Besu­cher mit land­schaft­li­cher Schön­heit (Welt­kul­tur­erbe) ebenso wie mit Kul­tur und Kuli­na­rik. Eine beson­dere Anzie­hungs­kraft übt der Wein aus, dem in sei­ner heu­ti­gen Spit­zen­qua­li­tät nicht nur das wach­sende Inter­esse der Wein­welt, son­dern auch das zuneh­mende Inter­esse des Tou­ris­mus zuteilwird.

Auf dem Rei­se­markt hat die Wachau jedoch Pro­bleme, die den Tou­ris­mus­ver­ant­wort­li­chen Kopf­zer­bre­chen berei­ten. Die Besu­cher­zah­len aus Deutsch­land sind unbe­frie­di­gend, Rei­se­pro­gramme wer­den in Form rela­tiv bil­li­ger und von den Gemein­den oft uner­wünsch­ter Bus­rei­sen ange­bo­ten, das Image der Wachau wird als ver­staubt erkannt, Inves­ti­tio­nen der geho­be­nen inter­na­tio­na­len Hotel­le­rie feh­len weitestgehend.

Win­zer sind im Umgang mit dem Tou­ris­mus teils unbe­hol­fen, die Fluss­kreuz­fahrt­schiffe brin­gen der ein­hei­mi­schen Wirt­schaft nicht die gewünsch­ten Umsätze, Mög­lich­kei­ten zur Anspra­che jun­ger Ziel­grup­pen sind rar – um nur einige Aspekte der tou­ris­ti­schen Situa­tion zu nennen.

Die beson­dere Stärke der Wachau ist beim Thema „Öster­reich und Wein“ ohne Zwei­fel der Grüne Velt­li­ner. Die­ser in Öster­reich domi­nie­rende Weiß­wein hat eine grün-gelbe Farbe, oft Aro­men von saf­ti­ger Birne und die für den Grü­nen Velt­li­ner obli­gate pfeff­rige Note. Man spricht häu­fig auch vom „Pfef­f­erle“. Da er meist sehr tro­cken aus­ge­baut wird, spürt man auf der Zunge häu­fig auch einen leicht sal­zi­gen Geschmack. Manch Win­zer las­sen ihn län­ger auf der Hefe lie­gen. Dann kann er einen cre­mi­gen Geschmack am Gau­men hervorrufen.

Die Region hat sich ein beson­de­res eig­nes Qua­li­täts­sys­tem zuge­legt, das nur hier ver­wen­det wer­den darf: die Qua­li­täts­stu­fen bzw. Mar­ken Stein­fe­der, Feder­spiel und Sma­ragd. Die Unter­schei­dung voll­zieht sich in ers­ter Linie über das Most­ge­wicht bzw. den Alko­hol­ge­halt. Wein der höchs­ten Qua­li­täts­stufe Sma­ragd muss einen Alko­hol­ge­halt von min­des­tens 12.5% haben und muss tro­cken aus­ge­baut sein (maxi­mal neun Gramm Zucker pro Liter). Üblich sind jedoch allen­falls 5 Gramm Zucker pro Liter ( = 5  o/oo ).

Das Mar­ken­sys­tem des Ver­ban­des VINEA WACHAU ist eine Beson­der­heit in Öster­reich und passt nicht mehr so ganz in die aktu­elle Ent­wick­lung. Der Trend geht auch in Öster­reich zur Bewer­tung von Lagen, wie sie in Deutsch­land für die Mit­glie­der des VDP (Ver­band Deut­scher Prä­di­kats­wein­gü­ter) gilt. Das jün­gere öster­rei­chi­sche Pen­dant ist der Ver­ein der Öster­rei­chi­schen Tra­di­ti­ons­wein­gü­ter (ÖTW). Hier kön­nen Lagen (in Öster­reich Rie­den genannt) die Bezeich­nung „Erste Lage“ erhalten.

In der Wachau soll es künf­tig eine Unter­schei­dung in Gebiets­wein, Orts­wein und Lagen­wein geben – ähn­lich den Begrif­fen, die der VDP ver­wen­det (Guts­wein, Orts­wein, Lagen­wein). Die höchste Kate­go­rie soll den Reb­sor­ten Grü­ner Velt­li­ner und Ries­ling vor­be­hal­ten sein. Ab dem Jahr­gang 2019 soll die Wachau dar­über hin­aus auch eine DAC Region werden.

Außer sehr renom­mier­ten Win­zern gibt es in der Wachau auch eine erfolg­rei­che Genos­sen­schaft, die Domäne Wachau. Frü­her trug sie den Namen „Freie Wein­gärt­ner“. Der Betrieb baut den Wein von über 250 Mit­glie­dern aus und bie­tet ein gutes Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis ( www.domaene-wachau.de ).

 

Das Wein­vier­tel

Das Wein­vier­tel gehört sowohl land­schaft­lich wie auch kul­tu­rell nicht gerade zu den 1A Lagen tou­ris­ti­scher Attrak­tio­nen. Auch die Nähe zu Wien – gut eine halbe bis eine Auto­stunde im Nor­den ent­fernt – scheint der Region bei der Gewin­nung inter­na­tio­na­ler Tou­ris­ten wenig zu helfen.

Die Zeit­schrift Vinum macht in ihrer Aus­gabe Juni 2019 einen Bei­trag über das Wein­vier­tel auf mit dem Titel: „Alles, nur kein Pro­blem­vier­tel“. Allein aus die­ser Schlag­zeile wird schon deut­lich, dass das Wein­vier­tel von so man­chem doch als Pro­blem­vier­tel gese­hen wird.

Obwohl das Wein­vier­tel mit fast 14.000 Hektar das größte Wein­an­bau­ge­biet Öster­reichs ist, hat der Besu­cher sel­ten das Gefühl, sich in einer von Wein­ber­gen gepräg­ten Region zu befin­den. Bei Fahr­ten durch diese Gegend über­wiegt der Ein­druck klas­si­scher land­wirt­schaft­li­cher Pro­duk­tion. Auch kul­tu­rell, vor allem archi­tek­to­nisch, bie­tet sich eher ein schlich­ter Anblick.

 

Die Weine im Weinviertel

Auf der Hälfte der Reb­flä­che des Wein­vier­tels wächst der Grüne Velt­li­ner, der domi­nie­rende Weiß­wein Öster­reichs. Löss, Lehm, Sand und kal­ki­ges Urge­stein prä­gen das Ter­roir. Das  Wein­vier­tel ist die tro­ckenste Region Öster­reichs, was für Win­zer und Land­wirte bis­wei­len ein erns­tes Pro­blem dar­stellt. Hier sind es The­men wie Begrü­nung, Bewäs­se­rung und Boden­ero­sion, die den Win­zer oder die Win­ze­rin beschäftigen.

Die typi­schen Merk­male des Grü­nen Velt­li­ner sind – wie schon erwähnt –  die grün-gelbe Farbe, der pfeff­rige bis wür­zige, fein­fruch­tige Geschmack und der tro­ckene Aus­bau. Die Regeln der Appel­la­tion DAC sehen maxi­mal sechs Gramm Zucker pro Liter vor. Die Aro­ma­tik eines tro­cke­nen Grü­nen Velt­li­ners ver­mit­telt auch hier einen leicht sal­zi­gen Geschmack, den viele Wein­ken­ner sehr schät­zen. Ein Aus­bau im Holz­fass wird im DAC Sys­tem des Wein­vier­tels abgelehnt.

Sel­ten fin­det sich im Wein­vier­tel auch ein Roter Velt­li­ner, der mit dem Grü­nen Velt­li­ner übri­gens nicht ver­wandt ist. Wei­tere Reb­sor­ten sind u.a. Ries­ling, Char­don­nay, Wei­ßer Bur­gun­der, Zwei­gelt und Pinot Noir.

 

Die Gäste des Weinviertels

 Das Wein­vier­tel bie­tet sich vor allem für Tou­ris­ten an, bei denen das Beschau­li­che, die aus­ge­blen­dete Hek­tik des All­ta­ges und ambi­ti­ons­lo­ses Genie­ßen im Vor­der­grund steht. Hier wird kein 5 Sterne Deko-Luxus erwar­tet, son­dern ein ehr­li­ches, natur­na­hes und der Land­schaft ent­spre­chen­des Ange­bot. Damit könnte das Wein­vier­tel bei dem wach­sen­den Anteil der Tou­ris­ten, die in ers­ter Linie Ent­span­nung und Erho­lung suchen, durch­aus Erfolg haben. Drei Ziel­grup­pen sind beson­ders hervorzuheben:

 

 Wein-Tou­ris­ten

Hier hätte das Wein­vier­tel auch inter­na­tio­nal erheb­li­ches Poten­zial, da die Viel­zahl der Win­zer, das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis der Weine (vor allem DAC) und zusätz­li­che Aspekte wie z.B. Kel­ler­gas­sen attrak­tiv sind. Aller­dings kann die­ses Poten­zial nur aus­ge­schöpft wer­den, wenn die wein­tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur – vor allem gepflegte Unter­künfte bei Win­zern – bes­ser ent­wi­ckelt wird.

 

Rad­ler

Die­ses wach­sende Markt­seg­ment, das auch im Zusam­men­hang mit Wein und Genuss ange­spro­chen wer­den kann, bie­tet eben­falls Poten­zial. Das orga­ni­sierte Radeln nimmt im deut­schen Markt zu. Aller­dings haben die Rad­ler bestimmte Erwar­tun­gen (Ver­kös­ti­gung, Unter­brin­gung der Räder usw.) denen bis­her noch nicht opti­mal ent­spro­chen wird. Das Kar­ten­ma­te­rial ist gut. Dies genügt jedoch nicht, um die Rad­ler inter­na­tio­nal anzusprechen.

Das Wein­vier­tel hat viele Rad­wege zu bie­ten. Es ist mög­lich sowohl 1‑Ta­ges- als auch Mehr­ta­ges­tou­ren zu unter­neh­men. Viele der Rou­ten begin­nen zwar an ver­schie­de­nen Orten, füh­ren dann aber wäh­rend der Tour durch fast die glei­chen Orte, wes­halb sich der Rad­fah­rer vor­her genau über die ein­zel­nen Stre­cken infor­mie­ren sollte, um nicht zwei­mal an den glei­chen Sehens­wür­dig­kei­ten vor­bei zu kommen.

Sogar auf der Home­page des Wein­vier­tel steht zur Kamp-Thaya-March-Rad­route fol­gen­des: „Der Kamp-Thaya-March-Rad­weg ver­läuft abseits von Haupt­stra­ßen und Mas­sen­tou­ris­mus. Gerade das Wein­vier­tel ist eine tou­ris­tisch erst erwa­chende Region, da gibt es immer wie­der Abschnitte ohne Gas­tro­no­mie und ohne Super­markt. Nut­zen Sie des­halb das Ange­bot der RAD­freund­li­chen Betriebe und neh­men Sie sich ein Lunch­pa­ket mit!“

 

Well­ness-Tou­ris­ten

Vom Well­ness-Trend pro­fi­tie­ren bereits ver­schie­dene Regio­nen in Öster­reich (Stei­ri­sches Ther­men­land, Baden usw.). Mit der Therme Laa ist im Wein­vier­tel ein Anfang gemacht. Der Zusam­men­hang von Wein und Well­ness wird in den Medien zuneh­mend the­ma­ti­siert. Vor­aus­set­zung für Erfolge im Bereich Wohl­fühl-Well­ness (keine Therme nötig) wäre aber ein geeig­ne­tes Hotel mit den ent­spre­chen­den hoch­wer­ti­gen Angeboten.

 

 

Tou­ris­ti­sche Infrastruktur

 

Eine Stu­die der Hoch­schule Mün­chen / Fakul­tät für Tou­ris­mus stellte fest: Zwi­schen der Para­ho­tel­le­rie (pri­vate Feri­en­woh­nun­gen) und der klas­si­schen Hotel­le­rie gibt es deut­li­che Unter­schiede in der Ser­vice­qua­li­tät, obwohl gerade Öster­reich ja für sei­nen guten Ser­vice bekannt ist. Eine Moti­va­tions- und Ser­vice­initia­tive wäre ein not­wen­di­ger Schritt. Mit eini­gen Aus­nah­men ist fest­zu­stel­len, dass es im Wein­vier­tel offen­bar einen Inves­ti­ti­ons­stau bei der Moder­ni­sie­rung der Betriebe gibt. Dies gilt sowohl für die Hotel­le­rie als auch für das Ange­bot an Restaurants.

 

 Die Kel­ler­gas­sen

Ein beson­de­res Kleinod des Wein­vier­tels sind die Kel­ler­gas­sen, auch „Kel­ler­trift“ genannt. Sie ent­stan­den im 18. Jahr­hun­dert im Zuge der Libe­ra­li­sie­rung des Wein­baus durch Köni­gin Maria The­re­sia und Ihren Sohn. Da die meis­ten Win­zer nur kleine Anbau­flä­chen hat­ten, waren an einem Wein­berg meh­rere Win­zer tätig und bald wur­den die vie­len Wein­kel­ler zu klei­nen Dör­fern, in denen sich auch ein Gesell­schafts­le­ben entwickelte.

 

Das Phä­no­men der Kel­ler­gas­sen, die Anord­nung vie­ler Wein­kel­ler neben­ein­an­der in teil­weise kilo­me­ter­lan­gen Gas­sen, ist welt­weit ein­ma­lig. Dies wäre inso­fern natür­lich auch tou­ris­tisch nutz­bar. Doch lei­der sind die Kel­ler­gas­sen des Wein­vier­tels außer­halb Öster­reichs wei­test­ge­hend unbe­kannt und bie­ten daher auch kaum einen tou­ris­ti­schen Anziehungspunkt.

 

 

Wein­gü­ter im Weinviertel

 

Her­aus­ra­gende Wein­gü­ter sind im Wein­vier­tel z.B. das Wein­gut Pfaffl in Stet­ten (www.pfaffl.at ), das Wein­gut Tau­ben­schuss in Poys­dorf (www.taubenschuss.at ) oder das Bio­wein­gut Hofer in Auers­thal (www.weinguthofer.com ).

 

 

 

 

Die Stei­er­mark

 

Die Stei­er­mark ist die süd­lichste Wein­bau­re­gion Öster­reichs. Der nörd­li­che Teil der Stei­er­mark – nörd­lich und nord­west­lich von Graz – ist von den Aus­läu­fern der Alpen geprägt.

Das Stei­ri­sche Wein­land ist in drei Wein­bau­ge­biete unter­teilt. Jedes Gebiet hat eigene, ein­zig­ar­tige Land­schafts­for­men und bringt eigene Wein­qua­li­tä­ten hervor.

Die Süd­ost­stei­er­mark umfasst 1.115 Hektar und 2.254 Betriebe. Die Süd­stei­er­mark hat 1.741 Hektar und 1.066 Betriebe. Die West­stei­er­mark ist mit nur 433 Hektar und 491 Betrie­ben das kleinste Gebiet der Stei­er­mark. Die Zahl von 3.821 Betrie­ben (die Zah­len könn­ten leicht über­holt sein) auf nur 3.291 Hektar zeigt die sehr klei­nen Durch­schnitts­grö­ßen der Wein­bau­be­triebe von unter einem Hektar. Inso­fern spie­len Kel­le­reien und Genos­sen­schaf­ten, die den Wein aus­bauen, hier eine bedeu­tende Rolle.

In der Süd­ost­stei­er­mark und der Süd­stei­er­mark brin­gen die wei­ßen Bur­gun­der her­vor­ra­gende Qua­li­tä­ten: der Weiß­bur­gun­der (Pinot Blanc), der Grau­bur­gun­der und der Char­don­nay, der hier auch Moril­lon genannt wird. Dar­über hin­aus wer­den auch Ries­ling, Grü­ner Velt­li­ner, Welsch­ries­ling (das ist kein Ries­ling!) sowie ver­schie­dene Rot­wein­sor­ten (z.B. Zwei­gelt oder Mer­lot) ange­baut. Grau­bur­gun­der wer­den hier bis­wei­len auf der Mai­sche ver­go­ren, was ihnen dann eine röt­lich gol­dene Farbe bis hin zu Bronze ver­leiht. Je nach der Länge der Mai­sche­s­tand­zeit zieht der Alko­hol mehr oder weni­ger Farbe aus den rela­tiv dunk­len Scha­len der Trauben.

In der Süd­ost­stei­er­mark ist der Ort St. Anna am Aigen sehr zu emp­feh­len. Die Vino­thek des Ortes bie­tet einen her­vor­ra­gen­den Über­blick über die Weine der Region. Der Blick von dem hoch gele­ge­nen Ort hin­über nach Slo­we­nien ist land­schaft­lich eindrucksvoll.

Die Süd­stei­er­mark begeis­tert durch eine sanfte, lieb­li­che Hügel­land­schaft. Wer hier woh­nen möchte, dem sein emp­foh­len, sich einen Win­zer zu suchen, der „Win­zer­zim­mer“ anbie­tet. Diese erfolg­rei­che Qua­li­täts­marke wurde vom Steie­ri­schen Wein­bau­ver­band ein­ge­führt und garan­tiert ein authen­ti­sches Wein­erleb­nis durch Woh­nen auf einem Weingut.

Das kleine Gebiet Süd­west­stei­er­mark ist das Gebiet des „Schil­cher“. Das ist ein tro­cke­ner Rosé, der aus der Reb­sorte Blauer Wild­ba­cher gekel­tert wird. Er ist ein guter Durst­lö­scher. Aller­dings ist er mit Vor­sicht zu genie­ßen. Per­so­nen mit emp­find­li­cher Magen­schleim­haut sei ange­ra­ten, für eine gute Grund­lage zu sor­gen – am bes­ten mit reich­lich Fett. Jeder­manns Sache ist der Schil­cher nicht. 

Ins­ge­samt ver­fügt das Stei­ri­sche Wein­land über acht Wein­stra­ßen, an denen die meis­ten Wein­gü­ter gele­gen sind. Die Wein­stra­ßen laden ein zur Fahrt durchs Wein­land und füh­ren direkt zu den gewünsch­ten Weinbauern.

 

Vul­kan­ge­biet Steiermark

Die Vul­kane die­ser Region lie­gen auf dem s.g. Trans­da­nu­bi­schen Vul­kan­bo­gen. Die­ser zieht sich von der Grenze bei Ungarn durch Slo­we­nien bis in die Süd­öst­li­che Stei­er­mark und das Burgenland.

Die ost­stei­ri­schen Vul­kane waren vor 1,8 Mil­lio­nen Jah­ren aktiv. Dann kam es zum Erlö­schen ihrer erup­ti­ven Zeit. Bei den Ort­schaf­ten Feld­bach, Bad Glei­chen­berg, Tie­schen (Ost­stei­ri­sches Hügel­land) befin­den sich meis­ten ehe­ma­li­gen Vulkane.

Es wer­den Wan­de­run­gen mit dem Ruck­sack durch das Vul­kan­ge­biet angeboten.

 

 Natur­parks

In der Stei­er­mark gibt es einen Natio­nal­park in Gesäuse und ins­ge­samt 8 Natur­parks die ver­teilt in der gesam­ten Stei­er­mark sind. Der „Natur­park Stei­ri­sche Eisen­wur­zen“ ist auch in Gesäuse und hat sich öster­reich­weit zum füh­ren­den Anbie­ter auf dem Gebiet der Geo­lo­gie­an­ge­bote ent­wi­ckelt. Er wurde 2004 von der UNESCO als Glo­bal Geo­park zertifiziert.

Der Bei­trag über die Stei­er­mark wird in Kürze noch erweitert.

Autor: Prof. Dr. Peter Voigt
Quel­len:
  • Der kleine John­son, Wein­füh­rer 2018
  • Fal­staff Wein­guide 2018
  • WEIN, André Dominé, Köne­mann Verlag
  • Zeit­schrift Vinum, Aus­gabe Juni 2019

 

In nach­fol­gen­den Bei­trä­gen wer­den die ande­ren öster­rei­chi­schen Wein­re­gio­nen behandelt.