Wein und Weinreisen in Franken

Weinreise Franken – Das Weinland in seiner Vielfalt entdecken

 

Eine Weinregion ist ein Gesamtkunstwerk

„Selbst der beste Wein schmeckt noch einmal so gut, wenn man das Land kennt, wo er gewachsen ist“. Nach diesem Motto haben sich Winzer zu Gastgebern entwickelt, die Sie auf Weinreisen in Franken willkommen heißen und Ihnen mit Freude ihre persönliche Art, Frankenwein zu machen näher bringen. Die ganze Vielfalt der Weinstile erleben Sie in den überbetrieblichen Vinotheken. In ansprechendem Ambiente erhalten Sie einen Überblick über die örtlichen Winzer und ihre Weine. So können Sie in Ruhe die verschiedenen Tropfen verkosten und anschließend einen Winzer besuchen, dessen Wein Ihnen zusagt. Jede Vinothek ist ein Weinerlebnis und Weingenuss eigener Art.

Insbesondere die Architektur verschiedener neuer Vinotheken setzt markante Akzente. Ein Weinerlebnis der besonderen Art sind die Vinotheken in Iphofen, Sommerach (Winzer Sommerach) oder Eibelstadt. Doch auch so manches Weingut hat eine Vinothek gebaut, die durch mutige Architektur geprägt ist. Nur als Beispiele seien genannt das Weingut Wirsching in Iphofen, das Weingut Brennfleck in Sulzfeld oder das Weingut am Stein in Würzburg. Es sind Orte, die eine Weinreise durch Franken sehr bereichern können. Und fränkische Weingüter sind heute oft Betriebe, die Tradition und Moderne in geradezu sensationeller Weise verbinden.

 

Die fränkische Küche – es gibt kaum eine bessere in Deutschland

Wein gehört zu einem genussbetonten Leben – und besonders zu einem guten Essen. Er macht eine Mahlzeit zu einem perfekten Geschmackserlebnis. Die fränkische Küche hat sich ganz auf die regionale Herkunft ihrer Produkte besonnen und bringt so den vollen Geschmack auf den Teller. Höchster Anspruch macht Fisch- und Wurstspezialitäten, frisches Obst und Gemüse, Käse und Marmeladen, Liköre oder Whiskey und sogar Pralinen zu unverwechselbaren Delikatessen. Natürlich muss man schon ein wenig suchen, um das Beste der fränkischen Küche zu finden. Frankenwein korrespondiert jedenfalls gut zu vielen herzhaften Speisen.

 

Weinfeste – die besondere Art von Weinerlebnis

Höhepunkte der gepflegten und geselligen Weinkultur sind die Weinfeste in den verschiedenen idyllischen Ortschaften. Vor allem die mittelalterlichen Dörfer und Städtchen wie z.B. Sulzfeld, Sommerhausen oder Mainbernheim haben ihre barocken Bauwerke und alten Fachwerkhäuser wunderbar erhalten. Die liebevoll und oft aufwändig restaurierten Gebäude schlagen in gekonnter Kombination mit moderner Architektur eine Brücke zwischen den Epochen und Baustilen. Was die Hotellerie betrifft, so muss man ehrlicherweise sagen: auf Weinreisen durch Franken ist es nicht ganz leicht, in einem der gemütlichen Städtchen und Dörfer bei einem Weinfest ein Zimmer zu bekommen. Doch eine organisierte Weinreise Franken oder der Busshuttle eines Weinguts helfen dabei. Immer mehr Menschen entdecken auch das Wohnmobil als eine gute Lösung, einen Ort zu besuchen und ein paar Gläschen des Frankenweins zu trinken. Die Zahl guter Stellplätze nimmt zu. Und so manches Weingut plant derzeit, neue Unterkünfte für die zunehmende Nachfrage nach Weinreisen einzurichten.

Wer sich für Weinfeste interessiert, kann den Weinfestkalender 2017 anfordern bei der „Fränkisches Weinland Tourismus GmbH“, www.fraenkisches-weinland.de in Würzburg. Die meisten Weinorte veranstalten mindestens einmal jährlich ein Weinfest. Auch fast jedes große Weingut hat ein eigenes Fest, das oft „Hoffest“ heißt. In den Vinotheken im Weingut werden dann die Weine präsentiert, auf die der jeweilige Winzer stolz ist.

 

Die Region Franken und der Frankenwein

Das fränkische Weinland liegt im Nordwesten Frankens, zum größten Teil an den Ufern des Mains. Mit etwas über 6.000 Hektar Anbaufläche ist es eines der mittleren Weinbaugebiete Deutschlands. Der weitaus größte Teil der Rebflächen befindet sich im Regierungsbezirk Unterfranken. Auch Mittelfranken hat einen nennenswerten Teil des Weinbaugebietes an den Hängen des Steigerwaldes und der Frankenhöhe, im Aischgrund sowie im Taubertal. Die Weinregion Taubertal reicht bis nach Baden-Württemberg hinein. Beworben wird die Weinregion von der Organisation „Liebliches Taubertal“, der wichtigste Weinort ist Röttingen. Fränkische Weingüter liegen auch in Oberfranken im Maintal westlich von Bamberg sowie in der Stadt Bamberg. Weinreisen durch Franken sollten also nicht nur dem Main folgen – auch wenn beiderseits seiner Ufer die Weinlagen liegen, die zu den besten im Weinland von Franken zählen: von der Mainschleife entlang des Maindreiecks bis Würzburg.

 

Weinbau – eine Geschichte von Jahrtausenden. Auch in Franken.

Der Weinbau in Franken geht bis in das 8 .Jahrhundert n.Chr. zurück. Hammelburg ist bekannt als die älteste Weinstadt Frankens. Dies belegt eine Schenkungsurkunde von Karl dem Großen aus dem Jahr 777. Vor allem Klöster bauten damals Reben zur Herstellung von Messwein an. Im Mittelalter wuchs die Anbaufläche für Frankenwein auf fast 100.000 ha an, etwa so viel wie die gesamte heutige Rebfläche Deutschlands. Franken war damals das größte Anbaugebiet des Heiligen Römischen Reiches nördlich der Alpen. Die Anbaufläche übertraf die der Weinregionen an Rhein und Mosel bei weitem. Ist das Thema „Weinreisen“ vielleicht viel älter als wir glauben?

 

Das Mainviereck – Der Untermain

Wir greifen das Stichwort „Rhein“ auf und nähern uns auf unserer Weinreise Franken der Weinregion am Main flussaufwärts, sodass wir den Spessart durchqueren und an das Mainviereck gelangen. Am bayerischen Untermain, am westlichen Rand des Mainvierecks, sind die klimatischen und geologischen Bedingungen besonders geeignet für den Anbau von Rotwein. Auf den hier vorhandenen Buntsandsteinböden werden deshalb seit Jahren vor allem Burgunder, insbesondere Spätburgunder von oft hoher Qualität angebaut. Die wichtigsten Ortschaften sind Bürgstadt, Großheubach und Klingenberg am Main. Das fränkische Rotwein-Anbaugebiet zwischen Großwallstadt und Bürgstadt ist seit dem Jahr 1990 durch den rund 55 Kilometer langen Fränkischen Rotwein-Wanderweg erschlossen.  Unter den Weinregionen hat sich diese Region einen besonderen Namen einfallen lassen: sie nennt sich „Churfranken“.

 

Das Maindreieck

An den teilweise steilen Weinlagen am Maindreieck werden Weißweine angebaut, die zu den besten der Welt zählen. Weinkritiker behaupten, dass diese Gegend die einzige Deutschlands sei, wo der Silvaner bessere Ergebnisse hervorbringe als der Riesling, die „Königin der Trauben“. Wie auch immer. Wenn es zutrifft, dass ein Land und eine Rebsorte zusammen gehören, dann ist fränkisches Weinland eindeutig das Land des Silvaners.

Praktisch in allen Orten am Maindreieck wird Wein angebaut – oft sind es kleine Weingüter, die zum Teil durchaus Weine von sehr guter Qualität herstellen. Hier wurde vor über 350 Jahren wohl auch der erste Silvaner Frankens gepflanzt. In einer Urkunde ist der Verkauf von 25 „Österreicher Fechser“, einem Synonym für Silvaner, an einen Bauern in Obereisenheim, damals gehörig zur Grafschaft Castell, belegt. Diese Kaufurkunde von 1659 – der älteste schriftliche Nachweis des Silvaners in Franken – liegt im Casteller Archiv. Die Geschichte des Silvaners ist eine Erfolgsgeschichte einer Rebsorte, wie sie im Weinbau selten ist.

Wichtige Orte, die wir auf Weinreisen durch Franken am Maindreieck durchqueren, sind unter anderem  Karlstadt, Würzburg, Thüngersheim, Randersacker, Sommerhausen, Frickenhausen, Sulzfeld, Sommerach, Escherndorf, Nordheim und Volkach. Escherndorf liegt an der Mainschleife, einer ganz besonderen Laune der Natur. Die Mainschleife bildet fast eine Insel, und der Weinort Sommerach beansprucht für sich, auf einer „Weininsel“ zu liegen. Ein Kanal trägt zur Insellage bei. Eine Reise durch fränkisches Weinland darf diese Weinregion keinesfalls auslassen.

 

Würzburg

Würzburg ist ein Inbegriff für Welterbe und Weingenuss. Es ist eine völlig einmalige Mischung aus Kultur und Atmosphäre. „Welterbe und Weinfeste, Pop und Barock, Avantgarde und Tradition, Wissenschaft und Feierlaune“- so bringt die Stadt Würzburg ihre Vorzüge auf den Punkt. Seit 1981 gehört die berühmte Residenz in Würzburg zum UNESCO Weltkulturerbe. Neben Balthasar Neumann haben auch Tilman Riemenschneider und Walther von der Vogelweide in der Geschichte der Stadt Würzburg einen festen Platz. Frankenwein und Weinbau, wie auch die zahlreichen Weinfeste und Weinstuben sind hier Ausdruck für fränkisches Wesen und fränkische Lebensfreude.  Neben Kulturevents wie Mozartfest oder Bachtagen ist Würzburg auch eine jugendliche Stadt mit rund 30.000 Studierenden.

Die Residenz ist Balthasar Neumanns Prachtbau. Sie zählt zu den Hauptwerken des süddeutschen Barock und steht in einer Reihe mit Schönbrunn in Wien oder Schloss Versailles. Berühmt ist die Würzburger Residenz u.a. für das größte zusammenhängende Deckenfresco der Welt, das Venezianer Tiepolo im Treppenhaus gemalt hat.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind in Würzburg die Festung Marienberg, die Alte Mainbrücke, der Dom St. Kilian, die Neumünsterkirche und der Marktplatz mit der Marienkapelle.

 

Wein in Würzburg und seiner Umgebung

In und um Würzburg herum liegen auch Weinberge, die zu den Besten in Franken zählen – allen voran der bekannte Würzburger Stein. Weniger bekannt ist die „Innere Leiste“ unterhalb der Festung. Doch auch Pfaffenberg oder Abtsleite seien erwähnt. Keine andere Großstadt hat eine solche Nähe zur Weinregion wie Würzburg.

In der Umgebung von Würzburg gibt es so manches, was bei der Planung einer Weinreise Franken nicht übersehen werden sollte, so z.B. die Weinberge bei Randersacker (Randersackerer Ewig Leben oder Randersackerer Teufelskeller). Der Randersackerer Teufelskeller, ein sehr steiler heißer Prallhang, hat seinen Namen von den Gebrüdern Teufel. Sie waren im 14. Jahrhundert großzügige Zustifter des Bürgerspitals. Mainabwärts findet man die Großlage Thüngersheimer Scharlachberg. Großlage und „Große Lage“ sind übrigens nicht zu verwechseln. Sie sind im Hinblick auf die Qualität eher Gegensätze.

 

Die Spitäler und der Wein

Auf Weinreisen durch fränkisches Weinland führt also kaum ein Weg an Würzburg vorbei. Dort trifft der Gast fast zwangsläufig auf die größten Weingüter im fränkischen Weinland. Sie tragen das Wort „Spital“ im Namen.

Vor etwa 700 Jahren stiftete der Würzburger Bürger Johannes von Steren ein Anwesen für pflegebedürftige Menschen. Seit dem 16. Jahrhundert wird die Stiftung „Bürgerspital zum Hl. Geist“ genannt. Um damals die Versorgung der Insassen – vor allem mit Trinkwasser – zu sichern, wurden dem Haus auch Weinberge überlassen. Um das Wasser genießbar zu machen wurde ihm Frankenwein zugesetzt. Noch heute werden hier über 900 Senioren betreut. Es finden öffentliche Kellerführungen statt, bei denen auch der angeblich älteste Weißwein der Welt aus dem Jahr 1540 präsentiert wird.  Auf 120 Hektar Rebfläche werden vor allem die klassischen Rebsorten Riesling, Silvaner und Spätburgunder angebaut. Das Weingut Bürgerspital ist Gründungsmitglied des VDP, des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter. Ein fränkisches Weingut mit großer Tradition.

Vor mehr als 400 Jahren gründete Fürstbischof Julius Echter die Stiftung „Juliusspital“ für Alte, Kranke und Bedürftige. Er übereignete der Stiftung u.a. einen Weinberg, der dem Spital Einnahmen bringen sollte. Darüber hinaus wurde der Wein auch hier zur Reinigung von Wasser benötigt. Heute ist das Weingut mit ca. 170 Hektar Rebfläche das zweitgrößte Weingut Deutschlands. Es ist ebenfalls ein VDP-Weingut und bietet eine breite Palette – vom Alltagswein bis zum „Großen Gewächs“.  Die Qualitätsstufe „Großes Gewächs“, eine noch nicht sehr alte Bezeichnung, qualifiziert Weine aus besonders guten Lagen. Übrigens verfügen die Spitäler wie auch so manches andere große Weingut   über großzügige Vinotheken, in denen die Weine verkostet werden können.

 

Der Steigerwald

Im Steigerwald, speziell im Gebiet um den Schwanberg, werden auf Gips-Keuperböden ebenfalls sehr mineralstoffreiche Weine produziert. Die bedeutendsten Ortshaften sind Iphofen (Lage: Julius-Echter-Berg), Rödelsee (Rödelseer Küchenmeister) und Castell (Casteller Schlossberg). Weitere bekannte Weinbauorte und Weinlagen im Steigerwald oder am Rande des Steigerwaldes sind Abtswind (Abtswinder Altenberg), Oberschwarzach (Handthaler Stollberg), Ippesheim (Ippesheimer Herrschaftsberg), Hüttenheim (Hüttenheimer Tannenberg), Zell am Ebersberg (Zeller Schlossberg) und Sand am Main (Sander Himmelsbühl). Der eine oder andere Ort, der hier nicht erwähnt ist, möge es uns nachsehen. Auch mit Rotweinen versucht Franken am Schwanberg zu punkten. Der Ort Wiesenbronn auf der Nordseite des Schwanbergs nennt sich „Rotweininsel“.

Bei Weinreisen durch Franken werden Sie auch auf den „Naturpark Steigerwald“ stoßen. Dies ist ein sehr weit gefasstes Gebiet, das sich von Bamberg im Osten bis vor die Tore von Gerolzhofen und Kitzingen im Westen und vom Main im Norden bis nach Bad Windsheim im Süden erstreckt. Nicht finden werden Sie auf Weinreisen durch Franken allerdings den ursprünglich geplanten Nationalpark im Norden der Region. Dieses Projekt wurde von der bayerischen Staatsregierung auf Betreiben der Waldbesitzer und der Holzwirtschaft wieder eingestellt.

Der Naturpark Steigerwald erstreckt sich im Südosten auch über die Aisch hinaus in den Frankenjura – obgleich das Aischtal eigentlich die Grenze zwischen den beiden mittelgebirgsähnlichen Regionen darstellt. Wen seine Weinreise in Franken in diese Gegend führt, der sollte – in den Monaten mit „R“ –  den Aischgründer Karpfen keinesfalls auslassen. Ende August wird er in den meisten Lokalen schon angeboten. Er zählt zu den besten Süßwasserfischen Europas, ist darüber hinaus gesund und wird durchweg ökologisch aufgezogen. Ein Karpfen ist immer ein „Bio-Fisch“. Zum Karpfen schmeckt ganz besonders ein Glas trockener Silvaner, je nach Geschmacksrichtung auch ein Bacchus oder Müller Thurgau.

Im oberen Aischtal findet man um Ipsheim herum die südöstlichsten Weingüter Frankens. Es mögen nicht die berühmtesten Weinlagen für Frankenwein sein, aber die Landschaft ist von einer besonderen Weite und Schönheit, die südeuropäisch anmutet. Es lohnt sich daher, diese Gegend auf Weinreisen durch Franken zu besuchen. Auch hier werden Silvaner angebaut, die durchaus Respekt verdienen.

 

Magische Orte des Frankenweins

Eine Kooperation mehrerer regionaler Organisationen bewertet unter dem Namen „WEIN.SCHÖNER.LAND“ jährlich Betriebe, die sich im Weintourismus durch gehobene Qualität auszeichnen. Hierzu gehören vor allem natürlich Winzer und ihre Vinotheken, Restaurants und Gasthöfe, Hotels und Pensionen – und auch Orte im fränkischen Weinland. So wurden Orte von besonderer landschaftlicher Schönheit mit dem Zeichen „terroir f“ markiert. An all diesen Orten hat der Reisende einen weiten Blick über das fränkische Weinland. Es lohnt sich, diese Orte auf Weinreisen durch Franken zu besuchen und ihre „magische Wirkung“ zu genießen. Näheres auf der Internetseite der Kooperation unter  www.franken-weinland.de . Das Buch „Reisen zum Frankenwein“ 2017 ist erhältlich bei der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH, Turmgasse 11, 97070 Würzburg. Dort gibt es auch reichlich Informationsmaterial zu Weinreisen durch fränkisches Weinland.

Eine gewisse Magie mag auch der in der Region um Bullenheim verwendete Begriff „Weinparadies“ ausstrahlen. Er stammt von einem Weinberg ähnlichen Namens. Da steht eine „Weinparadies Scheune“ in landschaftlich sehr schöner Lage an den Hängen des Kapellenbergs mit weitem Blick in das Tal. Der Weinkenner oder der Gast auf einer Weinreise mag selbst beurteilen, ob die hier angebauten Weine für ihn das Weinparadies des Frankenweins darstellen. Unbestreitbar kann die Kooperation „Weinparadies“ Erfolge vermelden – zumindest bei denjenigen, die mit dem Weinparadies auch Weinerlebnis und Weingenuss verbinden. Bisweilen steht in den umliegenden Weingütern die Quantität des Weingenusses allerdings doch etwas im Vordergrund.

 

Frankenwein und seine Charakteristik

Durch die Bodenbeschaffenheit (das „Terroir“) und das milde Klima am Main entstehen sehr mineralstoffhaltige Weine mit würzigem Geschmack. Der Mineralstoffgehalt spielt beim Frankenwein deshalb – anders als in den meisten Anbaugebieten – bei der Qualitätsprüfung ebenfalls eine Rolle. Aus dem Silvaner werden neutral-fruchtige, erdige Weine erzeugt, die zu den besten in Europa gehören. Natürlich ist das Terroir auch in Franken sehr komplex. Es macht im Geschmack einen deutlichen Unterschied, ob der Wein auf Gips-Keuper-Böden gewachsen ist wie am Schwanberg, auf Muschelkalkböden wie in der Gegend von Volkach oder auf Buntsandstein wie bei Bürgstadt. An diesem Ort hat so mancher Weinberg etwas besonderes: es wachsen Spätburgunder, die zu den Besten der deutschen Weinregionen zählen und sich mit dem Spätburgunder aus anderen deutschen Weinregionen messen können. Sicher kann man über Geschmäcker streiten – auch beim Wein. Aber Spätburgunder ist eben eine Klasse für sich.

Die Dominanz des weniger ertragreichen und etwas komplizierten Silvaners ging allerdings über Jahrzehnte zurück zugunsten des viel ertragreicheren und unkomplizierten Müller-Thurgau. Wohlgesonnene Winzer nennen den Müller-Thurgau auch „Alleskönner“, denn er wächst fast überall. Böse Zungen nennen ihn den Sündenfall im deutschen Weinbau. Heute bauen ihn manche Winzer etwas anders aus, sodass er frischer und spritziger schmeckt als in früheren Jahren. Sie nennen ihn bisweilen auch Rivaner. Dieser sollte nicht verwechselt werden mit dem Rieslaner, einer eher seltenen Kreuzung, die man in Franken auch findet.

 

Der Bocksbeutel – Merkmal für Tradition und Qualität beim Frankenwein

Nur wenige Weinregionen der Welt haben eine besondere Flaschenform, die nur ihnen vorbehalten ist. Der Bocksbeutel soll für den Frankenwein im Jahr 1728 eingeführt worden sein. Die Absicht war, den Wein vor Handelsmissbrauch und Fälschungen zu schützen. Es war zunächst vor allem ein Silvaner aus Würzburger Weinbergen, der abgefüllt wurde. Heute ist der Bocksbeutel ein authentisches fränkisches Merkmal für Weine von gehobener Qualität. Aus dem fränkischen Weinland ist er nicht wegzudenken. Heute wird versucht, der markanten Flasche eine Verjüngungskur zu verpassen. Er kommt in einer neuen Form auf den Markt. Ein paar Ecken und Kanten sollen ihm ein jugendlicheres Image verleihen. Nicht in jedem fränkischen Weingut ist man begeistert. Es gibt auch ein paar junge Winzer, die in einer Kooperation ganz bewusst auf andere Flaschenformen als den Bocksbeutel setzen.

 

Rebsorten im fränkischen Weinland

Rund 80% der Rebfläche des fränkischen Weinlands ist mit Weißwein bepflanzt. Außer Müller-Thurgau und Silvaner, deren Fläche etwa die Hälfte des Anbaugebietes ausmacht, werden Bacchus, Kerner, Riesling, Weißburgunder und auch Grauburgunder angebaut. Die weißen Burgunder (Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay) erfreuen sich steigender Beliebtheit. Auch der Sauvignon Blanc, im vorigen Jahrhundert noch völlig unbekannt in Franken, ist inzwischen auf dem Vormarsch. Erfolge mit dem Anbau des Sauvignon Blanc sind nicht zuletzt auch auf den Klimawandel zurückzuführen. Eher auf dem Rückzug ist hingegen der Bacchus, der noch auf über 10% der Rebfläche wächst. Dieser sehr blumige, fruchtige Bacchus wird oft halbtrocken („feinfruchtig“) ausgebaut. Bacchus ist eine Züchtung aus Silvaner + Riesling + Müller-Thurgau. Beim Wein ist eben vieles Geschmackssache – wenn nicht sogar alles.

Rotwein bedeckt fränkisches Weinland auf knapp 20% der Fläche. Neben klassischen Reben wie Spätburgunder bauen die Winzer Domina, Portugieser, Schwarzriesling, Dornfelder oder Regent an. Regent wird wegen seiner Pilzresistenz auch gern als Bio-Wein präsentiert. Nicht zu den roten Rebsorten gehört hingegen der Rotling, denn dabei handelt es sich um einen Wein, bei dem rote und weiße Trauben gemeinsam verarbeitet werden. Bisweilen wird Rotling mit Rosé verwechselt, doch Rose ist schlicht und einfach Rotwein, z.B. aus Spätburgunder, der nur kurz gekeltert wurde.

 

Fortsetzung folgt.      Autor: peter.voigt@vingouri.de

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